Erkennen ist nicht Erinnern: Das wahre Problem mit Kanji

Typische Szene. Du offnest die App. 山 erscheint. Sofortiger Gedanke: "Ja ja, das kenn ich." Weiter. Eine Woche spater. 山 taucht wieder auf, aber ohne Hilfen. Stille. Das Gehirn starrt ins Leere, als warst du schuld. Spoiler: Bist du nicht. Es liegt an der Methode.

Erkennen ist nicht Erinnern

Wenn du ein Kanji mit der Antwort direkt daneben siehst, passiert das: Das Gehirn erkennt die Form und entspannt sich. Es ist wie jemanden auf der Strasse zu sehen und zu denken: "Den kenne ich." Aber wenn man dich nach dem Namen fragt... nichts.

Erkennen ist passiv. Erinnern ist aktiv. Und Kanji wollen Aktivitat, keine Komplimente.

Ein noch klareres Beispiel

Du siehst 日. Du denkst: "Sonne, Tag. Einfach." Dann triffst du es in 月曜日. Und plotzlich bist du nicht mehr so sicher.

Weil du 日 nicht gelernt hattest. Du hattest die Vorstellung gelernt, es gelernt zu haben. Nach Gefuhl zu lernen erzeugt diese Illusion: Solange alles isoliert ist, geht's gut. Sobald es in die echte Welt kommt, bricht alles zusammen.

Das Problem mit "Scheint mir klar"

"Scheint mir klar" ist ein gefahrlicher Satz. Weil er die Tur zu fruh schliesst. Das Gehirn liebt Abkurzungen. Wenn es Anstrengung vermeiden kann, tut es das ohne Vorwarnung.

Also gehst du weiter im Glauben, gelernt zu haben, und es speichert... nichts. Null. Leerer Ordner.

Kanji lernen ist wie Training

Wenn du eine Ubung machst, wahrend du das Tutorial anschaust, scheint alles leicht. Wenn du es dann alleine machen musst, nicht mehr. Mit Kanji ist es genauso.

Wenn du nicht versuchst, sie ohne Hinweise abzurufen, trainierst du kein Gedachtnis. Du schaust nur Bilder an. Und Bilder anschauen baut nichts auf.

Was eine gute Methode macht

Eine gute Methode tut eine einfache, aber unangenehme Sache: Sie zeigt dir das Kanji und schweigt. Keine Hilfen. Kein "ich geb dir einen Tipp". Keine Streicheleinheiten.

  • Sie fragt: "Und dieses?"
  • Wenn du antwortest, gut
  • Wenn du es nicht weisst, kommt es spater wieder
  • Nicht um zu bestrafen. Um zu festigen.

Wie Kanjidon die Illusion vermeidet

Kanjidon fragt nicht, ob du meinst, es zu wissen. Es fordert dich auf, es zu beweisen. 山 allein. 日 ohne Kontext. Dann wieder in echten Wortern.

Wenn es funktioniert, kommt das Kanji seltener. Wenn nicht, kehrt es zuruck. Einfach. Etwas unbequem. Sehr effektiv.

Wenn du aufhorst, nach Gefuhl zu lernen

Passiert etwas Seltsames: Kanji tauchen im echten Leben auf und fuhlen sich nicht mehr fremd an. Du liest sie, ohne gross nachzudenken. Und du merkst, dass du nicht "mit Gewalt erinnerst". Du weisst es einfach.

Und da verstehst du, dass es nicht mehr Einsatz brauchte. Nur weniger Illusion.

Lerne heute Kanji

Download on the App Store Get it on Google Play